Erkundungen und Einblicke in Engagementstrukturen auf Landesebene!

Ausgangslage: Um den bestehenden Wissenslücken der Partizipationsmöglichkeiten von MigrantInnen in kommunalen Gremien entgegenzuwirken, wurde im bereits bewilligten und zurzeit noch in der Durchführung befindenden BePart-Projekt „Kommunalpolitische Erkundungen und Einblicke in Engagementstrukturen“ im Februar ein Vorbereitungsseminar durchgeführt, in dem Gremienstrukturen auf kommunaler Ebene, unter Berücksichtigung städtischer und ländlicher Sozialräume, den TeilnehmerInnen näher gebracht wurden. Mit großem Interesse der TeilnehmerInnen konnten darauf aufbauend Teilhabe und Partizipationsmöglichkeiten erarbeitet werden. Mit fachlicher Unterstützung und konkreter Wissenvermittlung konnte Verständnis für die Komplexität von Strukturen geschaffen und damit mehr Interesse an kommunalpolitischen Themen geweckt werden.

Darauf aufbauend wird künftig das theoretisch erarbeitete Hintergrundwissen der kommunalen Strukturen anhand von Erkundungen spezifisch ausgewählter Orte durch praktisches Wissen ergänzt.

In der Durchführung zeigte sich, dass durch die Vertiefung des Wissens und durch hinterfragen der Strukturen den TeilnehmerInnen immer wieder die Grenzen kommunaler Gremienarbeit bewusst wurden. An diesem Punkt soll das neue Projekt anknüpfen.

Wie kann trotz begrenzten Möglichkeiten, kommunale Gremienarbeit einen positiven Effekt auf unseren Sozialraum haben? Welchen Einfluss haben Landkreise- / Landesebene?

1. Vorbereitungsphase
Zunächst erarbeiten die ProjektmitarbeiterInnen ein Curriculum für die geplanten Workshops und Seminare. Ein Zugang zur Zielgruppe und damit einhergehender Akquise von TeilnehmerInnen wird durch das bereits bewilligte und laufende BePart-Projekt her- und sichergestellt. In diesem Zusammenhang werden Kontakte mit engagierten Personen aus Kommunalverwaltungen, VerterInnen des Landkreises Osnabrück in der Landespolitik sowie Organisationen und Institutionen geknüpft, die auf kommunaler Ebene von eben diesen politischen Strukturen profitieren. Diese Personen werden auf diese Weise für den weiteren Projektverlauf gewonnen.

2. Workshop
Unmittelbar anknüpfend an die Vorbereitungsphase wird ein zweitätiger Workshop stattfinden. Im ersten Teil wird an die bereits erarbeiteten Erkenntnisse des laufenden BePart-Projekts angeknüpft und Ergebnisse reflektiert. Davon ausgehend werden die Grenzen kommunaler Politik für die TeilnehmerInnen erneut dargestellt. Im zweiten Teil werden zunächst Einflussbereiche von Landespolitik auf kommunale Strukturen erläutert, um daraufhin Themenfelder zu erarbeiteten, die eben diesen Einflussbereich betreffen. An dieser Stelle werden dann Möglichkeiten der Partizipation durch Gremienarbeit auf kommunaler Ebene identifiziert. Fachliches Hintergrundwissen soll in Zusammenarbeit mit den in der Vorbereitungsphase geknüpften Kontakten und eingesetztem fachlichen Personal den TeilnehmerInnen näher gebracht werden.Durch die Gestaltung des Workshops über zwei Tage hinweg kann ein Gemeinschaftsgefühl der teilnehmenden Gruppe geschaffen und ausgebaut werden.

3.
3.1 Erkundungen vor Ort in vom Land geförderten Institutionen, bzw.Organisationen im Landkreis Osnabrück (eintägig)
In einer Gemeinde im Osnabrücker Landkreis findet erneut eine Orts- bzw. Institutions/Organisations-Begehung statt. Die Auswahl der Gemeinde und Institution erfolgt gemäß den Interessen und Ergebnissen aus dem laufenden Projekt. Dadurch werden vom Land geförderte Maßnahmen, Projekte oder Institutionen und Organisationen bekannt gemacht, die einen positiven Effekt auf kommunaler Ebene haben. Ziel ist es, den Einfluss unterschiedlicher politischer Ebenen praxisnah zu erfahren.

3.2 Einfluss- und Partizipationsmöglichkeiten von Gremien
Daran anknüpfend werden durch die jeweiligen Akteure (VertreterInnen der Organisation/Institution, bzw. diezuständige Person für die thematisierten Fördermaßnahmen) die Einfluss- und Partizipationsmöglichkeiten erläutert.

4. Besuch des niedersächsischen Landtags
In der Durchführung des ersten Projektes wurde deutlich, dass großes Interesse an Themen zu Bildung und Schule besteht. Der Besuch und die Teilnahme an einer Landtagssitzung, die bestenfallsdiesen Themenbereich als Tagesordnungspunkt hat, soll den TeilnehmerInnen einen tagesaktuellen Einblick in politische Entscheidungsprozesse gewähren.

5. Nachbesprechung von Punkt 3 und Punkt 4
In einem eintägigen Workshop werden die in Punkt 3 genannte Ortsbegehung und in Punkt 4 genannte Landtagssitzung nachbesprochen. Die ProjektmitarbeiterInnen sowie die mitwirkenden Akteure werden in Zusammenarbeit mit den TeilnehmerInnen den Einfluss von Landespolitik und ggf. anderer Ebenen der Politik auf kommunaler Ebene vertieft besprechen.
Ziel ist die Erarbeitung eigener Partizipationsmöglichkeiten. Wie kann ich mich einbringen / Wo fange ich an? An welche Strukturen und ggf. bereits existierende Gremien muss ich mich wenden bzw. kann ich mitwirken? Welche Ebenen muss meine Interessensbekundung durchlaufen?

Abschluss:
Zum Abschluss werden die gemachten Erfahrungen, Erlebnisse, Erkenntnisse und Fragen gesammelt und aufgearbeitet.

Ziel des Projekts ist es, auf fachlicher Ebene die Komplexität politischer Strukturen adressatInnengerecht herrunterzubrechen und vermeintlich undurchdringbare Strukturen transparenter zu machen. Das bereits vorhandene Wissen und Interesse der TeilnehmerInnen wird hierbei wertgeschätzt und somit ein Zugang zur Partizipation gewährleistet. Auf praktischer Ebene wird den TeilnehmerInnen vermittelt, dass eigenes Interesse und Motivation dazu führen kann, Veränderungen möglich zu machen.

Einfluss der Corona-Pandemie:
Für das laufende und das zukünftige Projekt besteht Offenheit und Flexibilität, sich den aktuellen Gegebenheiten anzupassen:
Aufgrund der neuen Regelungen und Hygienebestimmungen der Bundesregierung als Folge der Corona-Pandemie, werden geplante Aktivitäten – wie bspw. die Ortsbegehung – ggf. abgeändert stattfinden.

Sollte eine Ortsbegehung aufgrund der Regelungen und Hygienebestimmungen nicht durchführbar sein, wird durch mediale Unterstützung (Videos, Fotos, Präsentation) und mithilfe von Vorträgen eine Ortsgebehung digital stattfinden. Seminare und Workshops werden den Bestimmungen angepasst. Gruppen können geteilt – und somit verkleinert – werden. So kann der vorgeschriebe Sicherheitsabstand gewährleistet werden, ohne dass dies negativen Einfluss auf die Projektdurchführung hat. Landtagssitzungen des niedersächsischen Landtags können via Internet-Stream verfolgt werden, um Distanz zu wahren.

Hierbei handelt es sich um Vorschläge und Ideen zur Umsetzung im Falle einer Aufrechterhaltung der aktuellen Regelungen und Bestimmungen. Selbstverständlich werden wir aktuelle Gegebenheiten und Änderungen aufmerksam verfolgen, um Programmpunkte weiterhin adressatInnengerecht zu gestalten, ohne dass sie an Wirkung verlieren.
Im Zuge dessen, wird den TeilnehmerInnen die Möglichkeit geboten, die aktuelle– Situation und deren Einfluss auf Gremienarbeit und politische Strukturen einzugehen.

Ausblick:
Im Zuge des Gesamtprojekts sollen die TeilnehmerInnen einen umfassenden Überblick über die möglichen Engagementstrukturen in ihrer Komune und ihrem Bundesland bekommen, sodass sie kognitiv und emotional in die Lage versetzt werden, sich in diesen Strukturen auch tatsächlich zu engagieren, Selbstwirksamkeit zu erleben und sich so immer mehr als Teil der Gesellschaft, in der sie leben, zu sehen. Die Fortführung des bereits laufenden Projektes soll die nächste Stufe auf politischer Ebene näherbringen und auch an dieser Stelle Partizipationsmöglichkeiten sichtbar machen.

Das Diakonische Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück gGmbH macht auch mit diesen Projektaktivitäten in BePart mit:

Kommunalpolitische Erkundungen und Einblicke in Engagementstrukturen

Konferenzen der Migranten-Selbstorganisationen im Landkreis Osnabrück

 

Datum

01/06/2020

31/01/2021

Modellkommune

Landkreis Osnabrück

Träger

Diakonisches Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück gGmbH

Ansprechperson

Hubert Reise

Adresse

Turmstraße 10-12

49074 Osnabrück