Frankfurter Fluchtbündnis

Was war das Ziel der Aktivität?

Geflüchtete sind besonders unterrepräsentiert. In bestehenden Gremien und Bündnisse sind sie und ihre Anliegen nicht ausreichend vertreten. Das Ziel der Aktivität war es, ein Netzwerk zu gründen, um gemeinsame Interessen von Geflüchteten und ihren Organisationen in Frankfurt am Main zu ermitteln und vertreten. Über den Tellerrand e. V. hat sich hier als Vermittler und Koordinator gesehen.

An wen richtete sich die Aktivität und wer war darin involviert?

Die Aktivität richtete sich an geflüchtete Einzelpersonen sowie Organisationen und Initiativen von und für Geflüchtete in Frankfurt am Main. Akteure, die bisher noch nicht in Gremien vertreten sind.

Was wurde gemacht?

In einer Auftaktveranstaltung wurde gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen und einzelnen Interessierten erörtert, welche Akteur*innen an einem Bündnis teilnehmen wollen, für welche Themen sich das Bündnis einsetzen will und an welche bestehenden Gremien es herantreten möchte.

Ein weiterer Workshop zielte auf einen Aktionsplan für die in der Auftaktveranstaltung vereinbarten Ziele ab. Außerdem wurden den Teilnehmenden Visualisierungsmaterialien für Soziale Medien an die Hand gegeben, um das Fluchtbündnis und grundlegende Informationen über politische Teilhabe in Frankfurt weiter nach außen zu tragen.

Beide Veranstaltungen fanden online statt.

    

Was war das Ergebnis (und was soll in Zukunft noch passieren)?

Der Anstoß zu einem Frankfurter Fluchtbündnis, der durch BePart gegeben wurde, soll genutzt werden, um das Bündnis langfristig zu etablieren und die Repräsentanz von Geflüchteten zu stärken. Es sind monatliche Treffen vorgesehen. Zu diesen sollen auch nicht-geflüchtete Expert*innen eingeladen werden. Das Bündnis soll im stadtpolitischen Kontext von Frankfurt bekanntgemacht werden und mit anderen relevanten Gremien in Austausch treten. Im Idealfall soll sich ein*e Vertreter*in des Bündnisses für relevante Gremien wie die Kommunale Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) zur Wahl stellen.

Das sagen Träger und Teilnehmende:

„Es gibt keine schlüssige Option für Geflüchtete, an bestehende Bündnisse anzuschließen. Aus diesem Grund sehen wir den starken Bedarf für ein neues, eigenes Bündnis. Ziel soll es sein, gemeinsames Wissen zu bündeln, Bedarfe zu ermitteln und gemeinsame Interessen von Geflüchteten, idealerweise durch eine*n gewählte*n Vertreter*in in einem relevanten Gremium, zu vertreten. Darüber hinaus ist auch die generelle Vernetzung ein wichtiger Schritt.“

„Menschen mit einer verhältnismäßig jungen Einwanderungsgeschichte müssen sich erst überhaupt um ihre Grundbedürfnisse kümmern (Sprache, Arbeit, Aufenthalt …), bevor eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema politische Teilhabe möglich sein kann. Das Projekt hat jedoch gezeigt, dass selbst, wenn Menschen in Vereinen verankert sind und hier Potential zur politischen Teilhabe besteht, das Knowhow dafür in den Vereinen/ Organisationen oft nicht ausreicht. Demnach sollte man bei der Schulung von Menschen mit ohne Einwanderungsgeschichte ansetzen, um das Wissen über Demokratie und gesellschaftspolitische Teilhabe weiterzugeben. Hierfür ist der Austausch mit anderen Trägern, die Erfahrungen in politischer Bildung haben, hilfreich.“ (Clara Speer, Mitarbeiterin bei Über den Tellerrand e. V. Frankfurt)

 

Laufzeit

01/07/2020

31/12/2020

Modellkommune

Frankfurt am Main

Organisation

Über den Tellerrand Frankfurt e. V.

Kontakt

team@ueberdentellerrand.org