Frankfurter Fluchtbündnis

Als erster Schritt soll ein eigenes Frankfurter Netzwerk als „Fluchtbündnis“ ins Leben gerufen wer-den. Bei starken bestehenden migrantischen Bündnissen in Frankfurt sind die Interessen von Men-schen mit Fluchthintergrund eher nicht vertreten. Es gibt keine schlüssige Option an bestehende Bündnisse anzuschließen (z.B. thematisch ähnlich der Frankfurter Jugendring). Aus diesem Grund sehen wir den starken Bedarf für ein neues, eigenes Bündnis. Ziel soll es sein gemeinsames Wissen zu bündeln, Bedarfe zu ermitteln und gemeinsame Interessen von Geflüchteten, idealerweise durch eine*n gewählte*n Vertreter*in in einem relevanten Gremium, zu vertreten. Darüber hinaus ist auch die generelle Vernetzung ein wichtiger Schritt.

Über den Tellerrand Frankfurt dient hier als Vermittler und Koordinator. Dazu wird es eine Auftakt-veranstaltung als Bar Camp (o.ä.) mit bereits kontaktieren Partnern geben und externen Inputge-bern geben. Denkbar sind dafür lokale Partner wie u.a. die Seebrücke Frankfurt, Start with a Friend, Rainbow Refugees oder das Ubuntu Haus, die bis jetzt noch in keinem Gremium vertreten sind. Eine Analyse aller möglichen Partner derselben Zielgruppe in Frankfurt und ggf. auch Umgebung muss dem vorgeschaltet sein. Der Verein ist derzeit schon gut im Bereich Integrationsarbeit in Frankfurt vernetzt und muss seine Partnerschaften nur weiter ausbauen.

Im Barcamp wird ermittelt, welche Teilnehmenden tatsächlich am Bündnis teilnehmen können und möchten. Daraufhin wird es monatliche Treffen des Bündnisses geben. Damit soll das Bündnis auch einen aktiveren Arbeitszyklus haben als andere, sie beispielsweise nur „im Bedarfsfall“ zusammen-treten (Bsp. Römerbergbündnis). Auch Expert*innen, die nicht im Bündnis vertreten sind und sich mit für Geflüchtete gesellschafts- und lokalrelevanten Themen auseinandersetzen, u.a. auch Anti-rassismusarbeit, können dazugeladen werden. Denkbar wäre z.B. die Initiative 19 Februar Hanau.

In einem zweiten Schritt sollen mit dem bestehenden Bündnis weitergehend relevante Informatio-nen eingeholt werden. Innerhalb der ersten Sitzungen soll ein Workshop stattfinden, um zu analy-sieren, für welche Themen das Bündnis genau steht und an welche Gremien heran getreten wer-den soll. Das Ziel soll es dann sein, das Bündnis im stadtpolitischen Kontext bekannt zu machen und mit relevanten Gremien in den Austausch zu treten oder sie vor Ort zu besuchen, um im Idealfall eine*n Vertreter*in mit Fluchterfahrung in einem Gremium zu platzieren. Nach erster Analyse zählt darunter vor allem die KAV. Aktuell stehen sie für antirassistische und migrantische Themen-schwerpunkte, aber nicht unbedingt für Fluchtthemen oder die Interessen von Menschen mit Fluchterfahrung. Die neuere Arbeitsgruppe gegen Rassismus inkl. dem Römerbergbündnis (FR, 28.02.20, „Frankfurter Magistrat will Arbeitsgruppe gegen Rassismus“) kann zudem als möglicher Kooperationspartner für das Projekt angegangen werden. Ggf. weitere relevante Gemien können zusammen mit dem neuen Fluchtbündnis ermittelt werden.

Datum

01/07/2020

31/12/2020

Modellkommune

Frankfurt am Main

Träger

Über den Tellerrand Frankfurt e.V.

Ansprechperson

Clara Speer

Adresse

Leipziger Straße 36

60487 Frankfurt a.M.