Jetzt reden wir!

Im Rahmen seiner Tätigkeiten arbeitet Club Dialog e.V. bereits seit Jahren mit Senioren mit Migrationshintergrund. Vor allem sind das russischsprachige Senioren unterschiedlicher Nationalitäten, die in unterschiedlichen ehrenamtlichen Gruppen organisiert sind. Darüber hinaus laufen bei uns Beratungs- und Unterstützungsprojekte für ältere Menschen. Vor diesem Hintergrund kooperieren und tauschen wir uns aktiv aus mit anderen Community-Organisationen, die sich um Senioren kümmern und auch mit Gremien der Seniorenpolitik.
Gerade aus diesen Gremien haben uns mehrmals Rückmeldungen erreicht, dass Senioren mit Migrationshintergrund, darunter auch Russischsprachige sehr schwach in die Tätigkeit der Seniorenbeiräte involviert sind – und sehr oft darüber schlicht und einfach nichts wissen. Gleichzeitig sind russischsprachige Senioren oft aktiv, voller Tatendrang, sie haben in der Regel auch deutsche Staatsbürgerschaft, da sie als Spätaussiedler oder als Kontingentflüchtlinge ins Land gekommen sind. Ein Mitglied unseres Vereis ist sogar Mitglied im Berliner Seniorenparlament – diese Dame bildet allerdings eher eine Ausnahme.

Die Abwesenheit und Nicht-Sichtbarkeit in den beratenden Gremien der Seniorenpolitik führt natürlich zu der Nicht-Berücksichtigung der Bedürfnisse und Besonderheiten der Senioren mit Migrationshintergrund, sie bleiben quasi stumm – daher wurde als Projekttitel diese aufmunternde Formulierung gewählt. Oft sind die Gremien der Seniorenpolitik selber auf uns zugekommen mit der Bitte – zur Aktivierung der Senioren mit Migrationshintergrund beizutragen. Im Projekt sind mehrere Schritte geplant:

a) Mindestens drei Informationsveranstaltungen zur Funktionsweise der Seniorengremien in unterschiedlichen Berliner Bezirken sowie des Seniorenparlaments. Folgende Inhalte werden erarbeitet: Strukturaufbau, Kompetenzen und Wirkungsmöglichkeiten der Gremien, Möglichkeiten der Beteiligung. Zu diesen Informationsveranstaltungen sollen die Vertreter der Gremien eingeladen werden, u.a. einige mit Migrationshintergrund, es wird eine DEU-RU Übersetzung vorgesehen.

b) Diskussionsrunde mit den Teilnehmern: Möglichkeiten der Beteiligung für russischsprachige Community, Bedarfe, die an die Gremien herangetragen werden.
Wenn es die Lockerung der Einschränkungen des öffentlichen Lebens ermöglichen, sollen Vor-Ot-Besuche in den relevanten Seniorengremien in folgenden Bezirken stattfinden: Mitte, Marzahn, Lichtenberg, und Charlottenburg. Alternativ wird ein „virtueller“ Besuch der Gremien konzipiert. Virtuell ist dabei nicht als Online –Veranstaltung zu verstehen, weil es momentan nicht davon ausgegangen werden kann, dass solche Veranstaltungen auch im digitalen Raum stattfinden können. Vielmehr ist es wie eine Präsentation zu verstehen – es werden Fotomaterialien einer Seniorenvertretung und die inhaltlichen Auseinandersetzungen dazu zusammengetragen (die Protokolle sind auf der Seite des Berliner Senats zu finden) – und als eine „virtuelle Sitzung“ präsentiert. – Dies ist eine Ersatzvariante für den Fall, wenn die Live-Sitzung wegen Einschränkungen nicht besucht werden kann.

Die Maßnahmen werden zuerst nur mit Russischsprachigen Senioren durchgeführt . Die Akquise wird nicht nur im Club Dialog stattfinden, sondern auch über andere Vereine, die als Kooperationspartner ausgewiesen sind. Eine Kooperation wird auch mit den Seniorenorgansiationen im Brandenburg angestrebt.

Datum

01/07/2020

31/01/2021

Modellkommune

Berlin

Träger

Club Dialog e.V.

Ansprechperson

Dr. Natalia Roesler

Adresse

Friedrichstraße 176-179

10117 Berlin