Kommunalpolitische Erkundungen und Einblicke in Engagementstrukturen

Ausgangslage: 

Wir beobachten in städtischen und ländlichen Sozialräumen, dass eine Partizipation von Migrant*innen in kommunalpolitischen Gremien kaum stattfindet. Auch in formalen Vereinsstrukturen finden wir wenig Migrant*innen. Gleichzeitig stellen wir fest, dass von Seiten der Migrant*innen ein Bedürfnis besteht, eigene Interessen zu vertreten und wahrgenommen zu sein. Hier fehlen dann häufig Kenntnisse der entsprechenden Strukturen. Insoweit besteht auch ein Bedürfnis nach Unterstützung, wie Teilhabe und Partizipation an gesellschaftlichen und politischen Prozessen gelingen kann. Durch mehr Wissen könnte auch mehr Interesse an (kommunal-) politischen Themen geweckt werden. 

Hier setzt das beantragte Projekt an: Neuzugewanderte und Migrant*innen sollen durch Erkundungen vor Ort sowie Teilnahme an Gremiensitzungen und begleitende Workshops bzw. Seminare Einblicke in Engagementstrukturen bekommen. 

Im Einzelnen ist folgendes geplant: 

  1. Vorbereitungsphase: Die Projektmitarbeiter*innen erarbeiten ein Curriculum für die geplanten Workshops und Seminare und führen erste Gespräche mit interessierten Migrant*innen sowie verschiedenen gesellschaftlich engagierten Personen sowie mit Kommunalverwaltungen und bereiten so die weiteren Projektphasen vor.
  2. Einführungs-Workshop: Es findet ein zweitägiger Workshop in einem Tagungshaus statt, in den Strukturen der Kommunalpolitik und der Vereinsarbeit in Gruppenprozessen mit Experten aus Kommunalpolitik, politischer Bildungsarbeit und verschiedenen Gremien dargestellt und erarbeitet werden. Gleichzeitig kann durch die zweitägige Anlage der Veranstaltung mit Übernachtung ein Gemeinschaftsgefühl und eine innere Verbundenheit der Teilnehmer*innen erzielt werden.
  3. Erkundungen vor Ort: In einer Online-Konferenzschaltung wird ein Kreistags- und Stadtratsabgeordneten interviewt, welcher den Stadtrat Bad Iburg und die Arbeit dort vorstellt.
  4. Vorbereitung Gremiensitzungen: Mit den Teilnehmer*innen wird ein Planspiel durchgeführt, welches eine Stadtratssitzung in Bad Iburg simuliert. Dabei werden die Punkte 3 und 4 in einem eineinhalbtägigen Seminar durchgeführt.
  5. Abschluss-Workshop: In einer Abschlussveranstaltung werden die gemachten Erfahrungen, Erlebnisse und Fragen erörtert und aufgearbeitet. Der Workshop findet digital statt.

Im Projekt sollen verschiedene Perspektiven vermittelt werden, insbesondere neben den unterschiedlichen politischen Positionen auch die Interessen zivilgesellschaftlicher Akteur*innen (Vereinssicht und sozialer Träger) und der Verwaltung. Auch die Sicht aus verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Interessenlagen, z.B. bei Infrastrukturprojekten soll vermittelt werden. 

Ausblick: 

Im Zuge des Gesamtprojekts sollen die Teilnehmer*innen einen umfassenden Überblick über die möglichen Engagementstrukturen in Deutschland und Europa bekommen, so dass sie kognitiv und emotional in die Lage versetzt werden, sich in diesen Strukturen auch tatsächlich zu engagieren, Selbstwirksamkeit in ihren Handlungen zu erleben und sich so immer mehr als Teil der Gesellschaft, in der sie leben, zu sehen. 

Das Diakonische Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück gGmbH macht auch mit diesen Projektaktivitäten in BePart mit:

Erkundungen und Einblicke in Engagementsstrukturen auf Landesebene! 

Konferenzen der Migranten-Selbstorganisationen im Landkreis Osnabrück

Datum

01/01/2020

30/09/2020

Modellkommune

Landkreis Osnabrück

Träger

Diakonisches Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück gGmbH

Ansprechperson

Hubert Reise

Adresse

Café Mandela, Johannisstr. 133-135

49074 Osnabrück