Quer durch die Gremien – Migrantenbeirat als Ansprechpartner für die Leipziger Fachbeiräte stärken

Der Leipziger Migrantenbeirat ist einer von zehn Fachbeiräten, die die Kommunalpolitik zu unterschiedlichen Themen und aus ihren unterschiedlichen Blickwinkeln beraten. Als Vertretung aller Migrantinnen und Migranten bringt der Migrantenbeirat spezifische Sichtweisen und Anregungen der Migrantinnen und Migranten in die kommunalpolitischen Diskussionen ein. Bisher erfolgt dies jedoch nur wenig in oder in Zusammenarbeit mit anderen Fachbeiräten. Wir sehen die Integration und die Teilhabe von Migrantinnen und Migranten als Querschnittsthema und wollen die Stimme der Migrantinnen und Migranten auch in anderen Fachbeiräten hörbarer machen. In Frankfurt am Main ist das dortige Äquivalent des Migrantenbeirates, die Kommunale Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, in anderen Beiräten mit Delegierten vertreten. Dies ist z. B. der Fall in dem Frankfurter Seniorenbeirat. Mit diesem Projekt wollen wir aus den Erfahrungen von Frankfurt lernen und uns davon inspirieren, um eine erfolgreiche Zusammenarbeit des Migrantenbeirates mit anderen Fachbeiräten in Leipzig anzustreben.

Die Projektaktivität erfolgt in 6 Schritten:

1. Bildung der Projektgruppe in Leipzig
Als erster Schritt wird in Leipzig eine Projektgruppe gebildet. Die Projektgruppe besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von Migrantenselbstorganisationen, die mit dem Migrantenbeirat zusammenarbeiten oder bereits im Migrantenbeirat vertreten sind. Eine intensive Recherche über die unterschiedlichen Funktionsweisen und Möglichkeiten der Mitgliedschaft in den Beiräten wird parallel mit der Gruppenbildung gestartet.

2. Kontaktaufnahme mit den Gremien in Frankfurt
Die Projektgruppe wird mit der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) und mit dem Seniorenbeirat in Frankfurt am Main Kontakt aufnehmen und einen Austausch zu den Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den Gremien anstoßen. Ggf. erfolgt ein Besuch der Projektgruppe in Frankfurt, um erste Gespräche mit Mitgliedern der KAV und des Seniorenbeirates zuführen. Sollte dies nicht möglich sein, erfolgen die Gespräche digital oder telefonisch. Dafür arbeitet MEPa eng mit dem Entwicklungspolitischen Netzwerk Hessen zusammen.

3. Erstellung eines Podcast-Interviews
Es wird ein Interview mit der Projektgruppe sowie mit Mitgliedern der Gremien in Frankfurt durchgeführt. Mit dem Interview sollen die Erfahrungen aus beiden Kommunen verglichen werden und neue Möglichkeiten gemeinsam erarbeitet werden, um die Stimme von Migrantinnen und Migranten in den anderen gesellschaftlich relevanten Gremien hörbar zu machen. Das Interview wird als Podcast aufgenommen und auf verschiedenen YouTube-Kanälen veröffentlicht.

4. Weitere Aufstellung des Projektfahrplans aufstellen
Auf Basis der ersten Gespräche und des Podcast-Interviews entwickelt die Projektgruppe einen Fahrplan, um mit weiteren Fachbeiräten in Leipzig sowie dem Stadtrat Kontakt aufzunehmen und gemeinsam mit dem Migrantenbeirat die erarbeiteten Vorschläge für eine intensivere Einbindung in die kommunale Beiratsstruktur zu besprechen.

5. Kontaktaufnahme mit weiteren Fachbeiräten
Die Projektgruppe nimmt Kontakt auf mit dem Seniorenbeirat, dem Beirat für Gleichstellung, dem Kinder- und Familienbeirat sowie dem Behindertenbeirat, um die erarbeiteten Möglichkeiten zu besprechen. Dabei soll zweigleisig vorgegangen werden: Es wird eine Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Gremien auf Augenhöhe angestrebt, die sowohl den Migrantenbeirat als Expert*innengremium für die Belange von Menschen mit (familiärer) Einwanderungserfahrung ausweist und gleichzeitig die anderen Fachbeiräte bestärkt, ebenfalls diese Perspektive einzunehmen. So können wir auch die Arbeit des Migrantenbeirates aus dem Blickwinkel der anderen Fachbeiräte bereichern. Die Ergebnisse aus den Gesprächen mit den Fachbeiräten werden durch die Projektgruppe in einem Bericht schriftlich dokumentiert.

Im letzten Schritt möchten wir mit den Stadträtinnen und Stadträten mit Migrationshintergrund in Diskussion treten. In der Diskussion sollen die Inhalte des vorgelegten Berichts der Projektgruppe Thema sein. Ziel ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Beiräten; bspw. als beratende Stimme jeden Beirats in den anderen Beiräten. Nach der Diskussion mit den Stadträtinnen und Stadträten wird der Bericht um die erzielten Ergebnisse ergänzt und auf der Webseite der teilnehmenden Organisationen veröffentlicht.

Datum

01/06/2020

31/01/2021

Modellkommune

Leipzig

Träger

MEPa e.V.

Ansprechperson

Dr. Miguel Angel Ruiz Martinez

Adresse

Haus der Demokratie, Bernhard-Göring-Straße 152

04277 Leipzig