SPOT ON: Auch du bist Politik!

Konzeption und Produktion einer audiovisuellen Kampagne, in der Einwohner*innen der Stadt Leipzig zu Wort kommen. 

Mitglieder verschiedener migrantischer Communities und Peer-Groups werden porträtiert, durch die Darstellung der Vielfalt der migrantischen Stadtbevölkerung wird Stereotypen und diskriminierenden Zuschreibungsroutinen entgegengewirkt. Gleichzeitig wird die Bedeutung von politischer Teilhabe thematisiert und die Bedeutung des Migrantenbeirats in der Kommunalpolitik hervorgehoben.
Darüber hinaus wird das Mitwirken im Migratenbeirat als konkrete Möglichkeit der politischen Beteiligung für Migrant*innen aufgezeigt. Was im Hinblick auf die geplante erste Wahl des Migrantenbeirats im kommenden Jahr zu einer größeren Sensibilisierung führt.
Die Porträts werden als Kampagne in den sozialen Medien veröffentlicht und verbreitet. 

Hintergrund: 

In Leipzig lebten am 31.12.2017 83.406 Migrant*innen, somit stellen sie 14,1% der Bevölkerung. Leipzig wird als ostdeutsche Großstadt somit immer mehr sichtbares Abbild einer Einwanderungsgesellschaft. Trotz einiger migrationspolitischer Bemühungen sind Stereotype und Vorbehalte gegen Migrant*innen vorhanden und geringe gesellschaftspolitische Einbindung und Teilhabe zu beobachten. Da viele Migrant*innen kein Wahlrecht haben finden ihre Perspektiven und Interessen nur eingeschränkt Beachtung in kommunalpolitischen Überlegungen und Handeln. Der Migrantenbeirat der Stadt Leipzig soll als Vertretung der in Leipzig lebenden Migrant*innen helfen diese Konstellation zu verbessern. Sie soll Sichtweisen und Anregungen in die kommunalpolitische Diskussion einbringen und an Entscheidungen mit besonderer Bedeutung für Migrant*innen mitwirken. Dem Gremium kommt einerseits eine besondere kommunalpolitische Bedeutung zu, andererseits ist es unter der migrantischen Stadtbevölkerung nur wenig bekannt. Laut Ergebnissen der letzten Leipziger Migrantenbefragung von 2016 war er lediglich 7 Prozent der Befragten bekannt. 

Um eine bessere Anbindung an die migrantischen Communities der Stadtgesellschaft zu erzielen und um einen besseren Informationsfluss zu gewährleisten ist ein höherer Bekanntheitsgrad des Migrantenbeirats unabdingbar. Eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit und entsprechende Kampagnen auf verschiedenen Kanälen wären zwar begrüßenswert, sind aber finanziell momentan schwer realisierbar. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig einen möglichst effektiven Weg mit verhältnismäßig geringen Ressourcenaufwendungen zu bestreiten. In dieser Hinsicht ist eine digitale Kampagne, die vorwiegend über soziale Medien verbreitet wird, erfolgsversprechend. Zudem wünschen sich laut der Leipziger Migrantenbefragung Migrant*innen mehrheitlich mehr Informationen über das Gremium über das Internet (Homepage, soziale Medien, E-Mail-Newsletter). 

Ziele 

– Bekanntheit: Das Gremium Migrantenbeirat ist unter der migrantischen Stadtbevölkerung deutlich bekannter. Ein grundlegendes Verständnis ihres Zwecks und ihrer Aufgaben liegt vor.
– Sensibilisierung: Die mehrheitsdeutsche Stadtbevölkerung ist für die Diversität der Stadtbevölkerung sensibilisiert.
– Abbau von Vorurteilen: Die Stadtbevölkerung hat ein verbessertes Verständnis für die vielfältigen Positionen und Beiträge migrantischer Einwohner*innen (verschiedene Berufs- und Peergruppen).
– Motivation: Steigerung der Motivation der Migrant*innen für die Mitwirkung in gesellschaftlich relevanten Gremien.
– Empowerment: Stärkung der positiven Selbstbilder im Hinblick auf gesellschaftliche Partizipation 

Zielgruppen sind insbesondere neu Zugewanderte und Menschen mit Migrationshintergrund, die in Leipzig leben. Darüber hinaus soll die Kampagne auch alle anderen Leipziger Bürger*innen in Bezug auf Migration und politische Teilhabe sensibilisieren und Vorurteile abbauen. 

Auf positive und niedrigschwellige Weise sollen mögliche Distanzen zwischen Migrant*innen und der Leipziger Mehrheitsgesellschaft auf der einen Seite sowie zwischen der Bevölkerung und der Politik auf der anderen Seite überbrückt werden. Leipziger*innen mit Migrationsgeschichte sollen im Fokus stehen und einem in erster Linie abstrakten politischen Gremium ein menschliches Gesicht geben. Politik wird von Menschen gemacht, wir wollen diese Menschen zeigen und einen Dialog anregen. 

Zeitplan 

Als Durchführungszeitraum ist März – Dezember 2020 angedacht.
– ein detailliertes Konzept muss erstellt werden
– passende Protagonisten müssen gefunden werden
– Konzeptionelle und technische Umsetzung (Kamera und Ton)
– Postproduktion (Schnitt u.a.) 

Die an 2 Drehtagen erstellten Videos werden zu kurzen Clips verarbeitet und in zeitlichen Abstand den sozialen Medien veröffentlicht und zusätzlich beworben (u.a. Newsletters von Kooperationspartnern). Für die Verbreitung der Informationen werden alle vorhandenen Netzwerke mit Zugang zur Zielgruppe aktiviert. 

 

Datum

01/03/2020

30/09/2020

Modellkommune

Leipzig

Träger

Verband binationaler Familien und Partnerschaften e.V.

Ansprechperson

Nuria Silvestre

Adresse

Arndtstraße 63

04275 Leipzig